Chorleiter

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"Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort." (Eichendorff)

"Ich halte es für ein Privileg von Chorsängern und Chorsängerinnen, die ja "Amateure" sind, dass sie sich mit Werken auseinandersetzen dürfen, die zum größten Kulturgut der Menschen zählen. Und wenn ich die Sängerinnen und Sänger als "Amateure" bezeichne, dann ist dies keinesfalls abwertend zu verstehen. Das französische Wort "Amateur" leitet sich vom lateinischen "amare - lieben" ab, womit als Amateur jemand bezeichnet wird, der eine Sache tut, die er liebt."                                                                                          

Franz Jochum, aus einem Textbeitrag zu 150 Jahre Chormusik in Gleisdorf 2013


Franz Jochum

Franz Jochum; Bildaufnahme von Gernot MuhrDer in Graz lebende Dirigent und Chorleiter studierte Violine, Chor- und Orchesterdirigieren sowie Toningenieur an der Kunstuniversität Graz, diplomierte mit Auszeichnung und erhielt in Anerkennung seiner Studienleistungen einen Würdigungspreis des Bundesministeriums.

Nach musikalischer Assistenz und Chorassistenz an der Oper Graz begann Priv.Doz. Mag.art. Franz Jochum seine Unterrichtstätigkeit an der Musikschule Gleisdorf in den Fächern Chor, Stimmbildung und Gesang. Er war in Zusammenarbeit mit Musikschuldirektor Prof.MMag. Gunter Schabl maßgeblich an der Entwicklung des Gesangszweiges und des sehr erfolgreichen „Chormodell Gleisdorf“ beteiligt: unter Nutzung von Synergien konnte eine vom Kinderchor (in Kooperation mit der Volksschule), über das Jugendvokalensemble und die Erwachsenenstimmbildung bis hin zum Erwachsenenchor reichende „Chorschiene“ vor Ort aufgebaut werden.

Mit dem chorforum.gleisdorf leitet er einen motivierten, leistungsfähigen Amateurchor, der sich auch als regionaler Veranstalter von Konzert- und Kulturprojekten engagiert.

Seine Lehrtätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz begann als Assistent von O.Univ.Prof. Johannes Prinz im Fachbereich „Chordirigieren“. Nach erfolgreicher künstlerischer Habilitation lehrt er heute als Privatdozent u.a. die Fächer Chordirigieren, Oratorium und Vokalmusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihm obliegt die Leitung des neu eingerichteten Studiums „Chordirigier-Pädagogik“ und die künstlerische Leitung des Chores der Kunstuniversität Graz. Im Studienjahr 2018/19 führte Franz Jochum die Ausbildungsklasse „Chordirigieren“ in Vertretung von Johannes Prinz. Seit dem Studienjahr 2020/21 lehrt er auch das zentrale künstlerische Fach „Chor-/Orchester-dirigieren“ am Institut für Kirchenmusik.

Neben seinen vielfältigen Lehraufgaben war er in künstlerisch leitender Funktion an vielbeachteten Abonnementkonzerten, institutsübergreifenden Großprojekten und bedeutenden Kooperationsveranstaltungen der Kunstuniversität beteiligt.

Auswahl: Igor Strawinsky - Les Noces | Maurice Duruflé - Requiem | Gustav Mahler - Das klagende Lied | Robert Schumann - Der Rose Pilgerfahrt | Frank Martin - Requiem | Luigi Nono - Liebeslied (Ring Award, Wagner Forum Graz) | Carl Orff -Carmina burana | Johannes Brahms - Schicksalslied, Trad Hasbun UA (Konzert für Menschenrechte, Musikverein für Steiermark) | Honegger - König David (Musikverein Kroatien) | Alice Schalek - Die letzten Tage der Menschheit | Franz Kafka - Der Prozess | Joseph Haydn - Theresienmesse (Brucknerhaus Linz) | Gustav Mahler -   2. Sinfonie (Salle Pleyel, Paris) | Johannes Brahms - Liebesliederwalzer (Montclair State University, USA) | Wetta (La Strada, Graz) | Morgen (Kunsthaus Graz, Filmproduktion) | Maximilian Marcoll - Amproprifications (Signale Graz) | Beat Furrer -  SCAN III (ppcm und Klangforum Wien) | Georg Friedrich Haas - Sieben Klangräume zu den Fragmenten des Requiems von W.A.Mozart (Grazer Erstaufführung) | Opern der Zukunft (Oper Graz) | Gerd Kühr und Georg Friedrich Doppelbauer - portrait vokal | Sven Helbig - I eat the sun and drink the rain | Klaus Lang – berge.träume | denovaire – muata erdn | Hermann Markus Preßl – ASRALDA | Felix Mendelssohn Bartholdy - Lobgesang und György Ligeti - Lux aeterna (Musikverein für Steiermark), Walter Braunfels - Ulenspiegel (Brucknerfest Linz mit Videoproduktion ) | Bohuslav Martinu - Die griechische Passion (Oper Graz mit CD-Produktion)

Im Rahmen seiner umfangreichen internationalen Konzerttätigkeit, vor allem auf dem Gebiet des Oratoriums, dirigierte Franz Jochum u.a. in den USA, in Deutschland, in Ungarn, im Rudolfinum Prag, Metropol Wien, Konzerthaus Wien, Mozarteum Salzburg, Konzerthaus Klagenfurt und Stefaniensaal Graz. Seine künstlerischen Partner waren u.a. das Orchester der Mährischen Philharmonie, das Savaria Symphony Orchestra, die Grazer Symphoniker, „Die Wiener“ und „Ornamentum Philharmonicum“ aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker, das Kammerorchester Gleisdorf, die Spohr Sinfonietta, The Real Group, Ateneo de Manila College Glee Club, Kammerchor und Studiochor der Kunstuniversität Graz, die „Wiener Vokalisten“ aus Mitgliedern des Chores der Wiener Staatsoper und das pro arte ensemble.

Neben der Pflege des „klassischen“ Konzertrepertoires widmet sich der vielseitige Künstler mit besonderem Interesse zeitgenössischer Vokalmusik, chorischen Improvisationsformen, innovativer Konzertgestaltung und interdisziplinären Kunstprojekten.

In Zusammenarbeit mit dem renommierten österreichischen Maler Herbert Brandl konzipierte Franz Jochum Klanginstallationen im Greith Haus und Kunsthaus Graz und gründete anlässlich der jüngsten Produktion „MORGEN“ das Projektensemble „HYÄNENCHOR“.

 

Weitere Informationen: www.franz-jochum.at

(Das obige Foto wurde im Rahmen des Oratorienkonzertes Gleisdorf von Gernot Muhr aufgenommen.)